Der Preis

Am Ende lässt sich nur sagen, dass ein Tattoo das kostet, was der Tattoo Artist dafür verlangt. Ja, das ist zwar nicht die Antwort, die man hören möchte, doch es gibt einfach keine feste Regeln oder gängige Stundensätze, an denen sich alle orientieren. Daher schwanken die Tattoo-Preise je nach Tätowierer*in, Stadt, Land oder Stil auch sehr stark. Dennoch ist generell davon abzuraten, sich Preisvorschläge bei mehreren Tätowierer*innen einzuholen und sich für das billigste Angebot zu entscheiden. Denn auch wenn ein hoher Preis nicht immer Qualität bedeutet, ist ein besonders günstiger Preis häufig ein Warnzeichen.

Bei uns liegt der reguläre Start- und Stundenpreis bei 100,- €.
Ausgenommen sind Pauschal- u. Projektpreise.

Verluste kalkulieren: Absagen und Anzahlungen

Um Termine verbindlich zu machen und No-Shows zu vermeiden, nehmen wir daher eine Anzahlung für Tattootermine, die beim Termin mit dem Tattoopreis verrechnet wird. Sollte der Termin nicht oder zu spät abgesagt werden, behält der Artist die Anzahlung als Kompensation für den Verdienstausfall ein.

Unbezahlte Ausbildung auf Kredit

Bereits der Einstieg in das Tätowierhandwerk ist mit vielen Kosten und wenig Einnahmen verbunden. Da Tätowierer*in in Deutschland kein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf ist, gibt es auch keine festen Regelungen. Zunächst kann also jeder, der für 20 bis 30 Euro ein Gewerbe anmeldet, theoretisch im Tattoo-Handwerk tätig werden.

Generell sind die Tattoo-Preise bei Tätowierer*innen in der Ausbildung also deutlich geringer. Je nach Handhabung und Fortschritt verdient der Artist hierbei nichts oder zahlt sogar noch drauf. Daher kann man es gerade bei Tattoo Artists am Anfang ihrer Ausbildung mal in Betracht ziehen ein kleines (oder größeres) Trinkgeld dazulassen. Natürlich ist es bereits eine tolle Geste und große Hilfe, dass ihr euer Vertrauen und einen Teil eurer Haut hergebt – das ist keine Frage! Dennoch ist auch das Entlohnen einer Arbeit, mit der ihr zufrieden seid, eine große Unterstützung für aufstrebende Artists.

Shopmiete und Fixkosten

Generell ist alles, was mit Gewerbe zu tun hat, teurer als privat: “Der Quadratmeterpreis ist bei Gewerbeflächen oft höher als bei Wohnimmobilien am selben Standort. Bei Geschäftskonten sind die Gebühren höher als bei Privatkonten und wirklich jede Kontobewegung kostet etwas. Auch Strom, Müll, Internet etc. können im gewerblichen Bereich teurer sein als privat. Eine Zwangsmitgliedschaft in der IHK sowie ein jährlicher Beitrag abhängig vom Gewinn kommen auch noch hinzu.”

Wenn man sich etwas Stress ersparen möchte und Aufgaben abgibt, kommen natürlich noch weitere Kosten hinzu. Ob Aushilfe im Shop, Reinigungskraft oder gelegentliche Schaufensterreinigung – was man dort investiert, muss man am anderen Ende beim Tätowieren eben wieder reinholen. Wer ein Gewerbe hat, zahlt außerdem natürlich noch Steuern: “Man zahlt Einkommensteuer und Gewerbesteuer. Außerdem sind in jedem Tattoopreis auch die üblichen 19 % Mehrwertsteuer enthalten, die direkt ans Finanzamt gehen.”

Erfahrung und Ehrlichkeit

Wer mehrere Tätowierungen und Erfahrung gesammelt hat, entwickelt mit der Zeit ein Gefühl für Tattoo-Preise. Auch wenn diese je nach Artist stark variieren, lernt man den Aufwand hinter einem Tattoo besser einzuschätzen. Je nach Artist kann man mit seiner Schätzung aber natürlich auch mal komplett falsch liegen – das ist nicht zu vermeiden.

Quelle und bereitegstellt von FEELFARBIG 
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